Abgeschlossen und begossen

Und wieder liegen ereignisreiche Wochenenden hinter mir!
Letztes Wochenende im fern gelegenen Einern konzertiert, in einem unfassbar schönen Haus der Bergischen Musikschule, liebevoll eingerichtet und gepflegt von meiner lieben Kollegin Annette Gadatsch. Einern 13 – definitiv eine Reise wert! Sie lud uns im Trio mit Michael und Jenny und ein wunderbares Publikum, zu Getränk, Snack und Konzert ein.

Dieses Wochenende ein doppelter Einsatz:
Am vergangenen Samstag war es endlich soweit: der heiß ersehnte Tag des Master-Abschlusses meiner liebsten Duo- Partnerin Jenny Schmitz war gekommen. Und ich durfte mitwirken! Nicht nur mit unserem Projekt „Guitar and Vibes“ – Wir hatten durch die Vorbereitungen auf den Abend eine echt lange Pause in unserer Arbeit! – sondern auch mit Stücken von Michael Borner und mir und nicht zuletzt durfte ich eine Stimme in ihrem selbst komponierten Stück „Feulles d’Autumn“ spielen.

Die Band des Stückes „Feulles d’Autumn“ von Jenny Schmitz, Foto von Helena Majorek

Es war ein sehr abwechslungsreiches Konzert – nicht nur was die Instrumentierung anging, sondern auch in Besetzung und Stücken. Es hat viel Spaß gemacht, unsere Duo-Stücke zu spielen. Zum ersten Mal haben wir „Leben wie das Meer“ aufgeführt.
Ich durchlebte meinen persönlichen Albtraum auf der Bühne:
Wir spielen 3 Stücke von Michael und mir in einem wunderbaren Quartett mit Marcus Conrads am Bass und Kati testet Grenzen.
Trotz Ansage und im Voraus angesagter Reihenfolge, spiele ich knallhart das falsche Lied.. und merke es nicht. Und wunder mich, was meine Kollegen da für interessante Sachen spielen. Meine Fre***. 5 Takte Verwirrung, eine Strophe und die Sache läuft. Der überprüfende Kommentar von Marcus: „Jetzt in geplanter Reihenfolge?“, reißt mich schließlich aus meinem Träumchen raus, zwar zu spät, aber glücklicher Weise bemerkte keiner den „kleinen“ Fauxpas. Und das beim Abschluss. Kati. Jedes andere Konzert… aber das… Tja am Ende bleibt ein wenig Adrenalin und die Freude darüber, mit so grandiosen und flexiblen Musikern spielen zu dürfen. War das vorletzte Mal! Versprochen 🙂

Ein wenig Glück hatte ich ja, dass ich das Ende des Konzertes nicht mitbekommen konnte. Ich hätte nämlich Rotz und Wasser geheult – bei so einem Abschluss ist Sentimentalität vorprogrammiert!
Aber Michael und ich mussten uns noch vor dem letzten Song auf den Weg nach Solingen machen, ins gemütliche Café Kiste in Ohligs. Dort spielten wir nämlich unser zweites Konzert des Abends im Rahmen des Solinger Viertelklang Festivals.

Kati Majorek und Michael Borner beim Solinger Viertelklang Festival im Café Kränzchen

Gerne hätte ich den anliegenden Park bei Tageslicht und schönem Wetter gesehen. Aber an diesem Abend ließ sich der Charme der Anlage durch den strömenden Regen nur erahnen. Umso gemütlicher wurde es in dem kleinen Café, vor liebevollem kleinen Publikum.
Jedes Mal ist es ein kleines Abenteuer, sich darauf einzulassen, ohne Setlist zu spielen. Die Reihenfolge der Lieder ergibt sich von ganz alleine! Und mit Michael gibt es an keiner Stelle einen Zweifel, was kommen kann. Es ergibt sich sozusagen per Flugpost aus dem Universum. Oder diesmal durch die langjährige Bühnenerfahrung von Michael. Der einfach spielt! Und ich eben auch. Was soll ich sagen. Ihr müsstet es selber erleben damit ihr versteht, was ich versuche, auszudrücken.
Die Gelegenheit habt ihr übrigens bei den Rader Gitarrentagen am 12.10.19 um 20 Uhr in der Sekundarschule Radevormwald 🙂 kommt vorbei! Es wird VIELSAITIG! das Wortspiel, das noch kein Gitarrist gesehen hat. Ironie.

Nach eine kurzen Feier auf Jennys Abschluss endete das Wochenende am Sonntag dann mit einem unglaublich inspirierenden Workshop an der Bergischen Musikschule. Ich durfte teilnehmen an dem Gesangsworkshop von Rabih Lahoud.
Dieser trug den Titel „Singen im Flow“ und war ein einziges Flow Erlebnis, und die perfekte Gelegenheit zu lernen, wie man seine eigenen Konzert Erlebnisse ästhetisch in Worte fasst. Ich könnte jetzt noch 1000 enthusiastische Worte zu diesem Thema schreiben. Aber das möchte ich dir jetzt nicht mehr zumuten. Was ich dir aber auf den Weg geben möchte ist die wiederholte Bestätigung, dass Musik einfach glücklich macht. Dass Singen eine Gnade – anders formuliert: ein Geschenk an die eigene Seele ist! Probier es aus! Wenn du mich vom Gegenteil überzeugen kannst, gebe ich dir gerne ein Bier bei dem nächsten Konzert aus.

In diesem Sinne: Stay tuned! with #happyjazz